Anhaltende epileptische Aktivität kann zu zunehmender Störung neuronaler Netzwerke führen; mit fortschreitender Dauer sinkt häufig die Wahrscheinlichkeit einer spontanen Terminierung. Gleichzeitig steigen Risiken durch Hypoxämie, Aspiration, Hyperthermie, metabolische Entgleisung und Verletzungen. Nach außen sichtbare Krämpfe sind nicht Voraussetzung für fortbestehende epileptische Aktivität.
Persistierende Bewusstseinsstörung nach scheinbarem Krampfende kann postiktal sein, muss aber auch an einen nichtkonvulsiven Status denken lassen. Hypoglykämie, Intoxikationen, Elektrolytstörungen, ZNS-Infektionen und strukturelle Hirnläsionen sind wichtige Ursachen. Wiederholte sedierende Medikation erschwert die neurologische Beurteilung und kann die Atmung beeinträchtigen.
Anhaltende epileptische Aktivität kann neuronale Netzwerke zunehmend destabilisieren; mit der Dauer steigt das Risiko einer schwer kontrollierbaren Anfallssituation. Gleichzeitig können Hypoxie, Azidose, Hyperthermie und Verletzungen entstehen.
Praxisrelevante Einordnung: Nicht jeder Krampfanfall ist epileptisch. Hypoglykämie, Intoxikation, Elektrolytstörung und strukturelle Hirnerkrankung sind wichtige Ursachen. Ein Sistieren sichtbarer motorischer Aktivität beweist nicht immer das Ende epileptischer Aktivität, besonders bei fortbestehender Bewusstseinsstörung.
Weiterführende Fachliteratur:
[1] ERC – Reanimationsleitlinien 2025
Abgerufen: 09.10.2026.
Offizielle Grundlage: Hessenalgorithmen V 4.2, Teil 1, K10; UAG 3 (ÄLRD) der hessischen Expertengruppe zum NotSanG (HMfG). Für Handlungsabläufe, Dosierungen und Entscheidungsgrenzen ist die Originalgrafik maßgeblich.
Die hier bereitgestellten Inhalte dienen als Lehr- und Prüfungsinhalt für die Notfallsanitäter-Ausbildung an den hessischen Rettungsdienstschulen - sogennante "Hessen Algorithmen" - und berufen sich auf die "Algorithmen zur Notfallversorgung" der UAG (ÄLRD) der AG 3 Expertengruppe zum NotSanG des Hessischen Ministeriums für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege. Die Inhalte werden durch SOP-EASY kostenlos zur Verfügung gestellt. Alle Angaben sind jedoch ohne Gewähr.
Bei jedem Algorithmus wird die Durchführung der Basismaßnahmen nach dem ABCDE-Schema vorausgesetzt – bei hier
besonders zu beachtenden Punkten wird zusätzlich darauf hingewiesen. Bezüglich der notwendigen Nachforderung des Notarztes sind die lokalen Vorgaben des Rettungsdienstträgers zu beachten.
Die Inhalte bilden den durch Diskussion erreichten Konsens eines Expertengremiums ab, welches sich durchaus bewusst ist, dass nicht alle Aspekte berücksichtigt werden können, da zu demselben Krankheitsbild teils unterschiedliche Leitlinien und Therapieempfehlungen der verschiedenen medizinischen Fachgesellschaften und Organisationen vorliegen. Durch routinemäßige Überprüfung in der Regel alle 2 Jahre und bei besonderem Bedarf unterliegen diese Algorithmen einem fortlaufenden Prozess der inhaltlichen Weiterentwicklung.
Quelle: UAG 3 (ÄLRD) der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMfG)