Bei der Anaphylaxie werden unter anderem Mastzellmediatoren freigesetzt, die Vasodilatation, erhöhte Gefäßpermeabilität und Bronchokonstriktion auslösen können. Die Kreislaufstörung entsteht nicht nur durch Gefäßerweiterung, sondern auch durch rasche Flüssigkeitsverschiebung aus dem Intravasalraum. Hautsymptome sind häufig, können bei schweren Verläufen aber fehlen.
Eine Anaphylaxie ist keine ausschließlich dermatologische Erkrankung: Atemwegsverlegung, Bronchospasmus und Schock können sich in unterschiedlicher Reihenfolge entwickeln. Der klinische Verlauf kann nach vorübergehender Besserung erneut aufflammen. Bei unklarer Dyspnoe nach möglichem Allergenkontakt sollte die Gesamtkonstellation und nicht allein ein einzelnes Symptom bewertet werden.
Mastzell- und Basophilenmediatoren können Vasodilatation, Kapillarleck, Bronchokonstriktion und Schleimhautschwellung auslösen. Hautzeichen sind häufig, fehlen bei schweren Verläufen aber gelegentlich.
Praxisrelevante Einordnung: Eine isolierte Hautreaktion ist nicht gleichbedeutend mit Anaphylaxie. Umgekehrt darf eine Kreislauf- oder Atemwegsreaktion ohne Quaddeln nicht unterschätzt werden. Nach initialer Besserung sind erneute Symptome möglich; Verlauf und mögliche Auslöser müssen dokumentiert werden.
Weiterführende Fachliteratur:
[1] ERC – Reanimationsleitlinien 2025
Abgerufen: 09.10.2026.
Offizielle Grundlage: Hessenalgorithmen V 4.2, Teil 1, K9; UAG 3 (ÄLRD) der hessischen Expertengruppe zum NotSanG (HMfG). Für Handlungsabläufe, Dosierungen und Entscheidungsgrenzen ist die Originalgrafik maßgeblich.
Die hier bereitgestellten Inhalte dienen als Lehr- und Prüfungsinhalt für die Notfallsanitäter-Ausbildung an den hessischen Rettungsdienstschulen - sogennante "Hessen Algorithmen" - und berufen sich auf die "Algorithmen zur Notfallversorgung" der UAG (ÄLRD) der AG 3 Expertengruppe zum NotSanG des Hessischen Ministeriums für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege. Die Inhalte werden durch SOP-EASY kostenlos zur Verfügung gestellt. Alle Angaben sind jedoch ohne Gewähr.
Bei jedem Algorithmus wird die Durchführung der Basismaßnahmen nach dem ABCDE-Schema vorausgesetzt – bei hier
besonders zu beachtenden Punkten wird zusätzlich darauf hingewiesen. Bezüglich der notwendigen Nachforderung des Notarztes sind die lokalen Vorgaben des Rettungsdienstträgers zu beachten.
Die Inhalte bilden den durch Diskussion erreichten Konsens eines Expertengremiums ab, welches sich durchaus bewusst ist, dass nicht alle Aspekte berücksichtigt werden können, da zu demselben Krankheitsbild teils unterschiedliche Leitlinien und Therapieempfehlungen der verschiedenen medizinischen Fachgesellschaften und Organisationen vorliegen. Durch routinemäßige Überprüfung in der Regel alle 2 Jahre und bei besonderem Bedarf unterliegen diese Algorithmen einem fortlaufenden Prozess der inhaltlichen Weiterentwicklung.
Quelle: UAG 3 (ÄLRD) der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMfG)