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Bedrohliche Bradykardie mit Symptomen

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Bedrohliche Bradykardie mit Symptomen
DEFINITION
Symptomatische Bradykardie: langsamer Herzrhythmus mit klinisch relevanter Minderperfusion.

Klinischer Hintergrund

Ob eine Bradykardie bedrohlich ist, entscheidet nicht allein die Herzfrequenz. Maßgeblich sind die resultierende Organperfusion, das Schlagvolumen und die Möglichkeit, das Herzzeitvolumen zu kompensieren. Eine gut trainierte Person kann eine niedrige Ruhefrequenz problemlos tolerieren; bei struktureller Herzerkrankung kann schon eine mäßige Verlangsamung zu Synkope, Ischämie oder Schock führen.

Bei höhergradigen AV-Blockierungen ist der Ort der Leitungsstörung wichtig. Infranodale Blockierungen können unvermittelt in einen instabilen Ersatzrhythmus übergehen; eine rein vagolytische Wirkung adressiert die gestörte Leitung unterhalb des AV-Knotens nicht zuverlässig. Medikamenteneffekte, Hyperkaliämie und akute Ischämie sind potenziell reversible Ursachen, die parallel bedacht werden müssen.

KLINISCHE EINORDNUNG
Die Frequenz allein definiert keine Instabilität; entscheidend sind Organperfusion und Begleitsymptome.
⚠ RED FLAGS
Synkope, Schockzeichen, Ischämiesymptomatik, höhergradiger AV-Block oder instabiler Ersatzrhythmus.
MERKE
Bei infranodalen Leitungsstörungen kann Atropin unwirksam sein; die Hessen-Grafik differenziert hierzu ausdrücklich.
DIFFERENZIALDIAGNOSEN
Hyperkaliämie, Medikamenteneffekt, Hypoxie, Myokardischämie.

Warum Bradykardien hämodynamisch kritisch werden

Das Herzzeitvolumen ergibt sich aus Herzfrequenz und Schlagvolumen. Bei ausgeprägter Bradykardie kann die Kompensation über das Schlagvolumen versagen; Organhypoperfusion zeigt sich beispielsweise als Synkope, Verwirrtheit oder Schock.

Praxisrelevante Einordnung: Ein höhergradiger infranodaler AV-Block unterscheidet sich elektrophysiologisch von einer vagal vermittelten Bradykardie. Medikamente, Ischämie, Elektrolytstörungen und Hypoxie können auslösende oder verstärkende Faktoren sein. Ein scheinbar stabiler Blutdruck schließt eine drohende Verschlechterung nicht aus.

Weiterführende Fachliteratur:
[1] ERC – Reanimationsleitlinien 2025
Abgerufen: 09.10.2026.

Offizielle Grundlage: Hessenalgorithmen V 4.2, Teil 1, K3; UAG 3 (ÄLRD) der hessischen Expertengruppe zum NotSanG (HMfG). Für Handlungsabläufe, Dosierungen und Entscheidungsgrenzen ist die Originalgrafik maßgeblich.


Die hier bereitgestellten Inhalte dienen als Lehr- und Prüfungsinhalt für die Notfallsanitäter-Ausbildung an den hessischen Rettungsdienstschulen - sogennante "Hessen Algorithmen" - und berufen sich auf die "Algorithmen zur Notfallversorgung" der UAG (ÄLRD) der AG 3 Expertengruppe zum NotSanG des Hessischen Ministeriums für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege. Die Inhalte werden durch SOP-EASY kostenlos zur Verfügung gestellt. Alle Angaben sind jedoch ohne Gewähr.

Bei jedem Algorithmus wird die Durchführung der Basismaßnahmen nach dem ABCDE-Schema vorausgesetzt – bei hier besonders zu beachtenden Punkten wird zusätzlich darauf hingewiesen. Bezüglich der notwendigen Nachforderung des Notarztes sind die lokalen Vorgaben des Rettungsdienstträgers zu beachten.

Die Inhalte bilden den durch Diskussion erreichten Konsens eines Expertengremiums ab, welches sich durchaus bewusst ist, dass nicht alle Aspekte berücksichtigt werden können, da zu demselben Krankheitsbild teils unterschiedliche Leitlinien und Therapieempfehlungen der verschiedenen medizinischen Fachgesellschaften und Organisationen vorliegen. Durch routinemäßige Überprüfung in der Regel alle 2 Jahre und bei besonderem Bedarf unterliegen diese Algorithmen einem fortlaufenden Prozess der inhaltlichen Weiterentwicklung.

Quelle: UAG 3 (ÄLRD) der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMfG)

Übersicht

Bedrohliche Bradykardie mit Symptomen

Typ
Algorithmen
Kategorie
Internistisch
Version (ÄLRD)
01.01.2026
Redaktionell
09.10.2026
Weiterführende Links
Quelle
UAG 3 (ÄLRD) der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMfG)

Zugehörige Algorithmen und Medikamente