Während eines Kreislaufstillstands fehlt eine ausreichende spontane Organperfusion. Thoraxkompressionen erzeugen einen begrenzten Blutfluss, der vor allem für Gehirn und Koronararterien überlebenswichtig ist. Unterbrechungen senken den aufgebauten Perfusionsdruck; nach Wiederbeginn braucht es Zeit, bis er erneut ansteigt.
Der Rhythmus allein erklärt den Stillstand nicht. Hypoxie, Hypovolämie, Elektrolytstörungen, Hypothermie, Thrombosen, Tamponade und Spannungspneumothorax erfordern unterschiedliche kausale Überlegungen. Kapnografie kann bei gesichertem Atemweg Hinweise auf Ventilation, Kreislaufleistung und plötzliche Veränderungen der Perfusion liefern, ersetzt aber keine umfassende klinische Bewertung.
Thoraxkompressionen erzeugen nur einen Teil des normalen Blutflusses. Entscheidend für koronare und zerebrale Perfusion sind ausreichend wirksame Kompressionen mit möglichst kurzen Unterbrechungen.
Praxisrelevante Einordnung: Übermäßige Beatmung kann den intrathorakalen Druck erhöhen und den venösen Rückstrom verschlechtern. Reversible Ursachen lassen sich nicht allein am Monitorrhythmus erkennen; Teamkoordination und regelmäßige Aufgabenwechsel reduzieren Qualitätsverluste.
Weiterführende Fachliteratur:
[1] ERC – Reanimationsleitlinien 2025
Abgerufen: 09.10.2026.
Offizielle Grundlage: Hessenalgorithmen V 4.2, Teil 1, K12; UAG 3 (ÄLRD) der hessischen Expertengruppe zum NotSanG (HMfG). Für Handlungsabläufe, Dosierungen und Entscheidungsgrenzen ist die Originalgrafik maßgeblich.
Die hier bereitgestellten Inhalte dienen als Lehr- und Prüfungsinhalt für die Notfallsanitäter-Ausbildung an den hessischen Rettungsdienstschulen - sogennante "Hessen Algorithmen" - und berufen sich auf die "Algorithmen zur Notfallversorgung" der UAG (ÄLRD) der AG 3 Expertengruppe zum NotSanG des Hessischen Ministeriums für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege. Die Inhalte werden durch SOP-EASY kostenlos zur Verfügung gestellt. Alle Angaben sind jedoch ohne Gewähr.
Bei jedem Algorithmus wird die Durchführung der Basismaßnahmen nach dem ABCDE-Schema vorausgesetzt – bei hier
besonders zu beachtenden Punkten wird zusätzlich darauf hingewiesen. Bezüglich der notwendigen Nachforderung des Notarztes sind die lokalen Vorgaben des Rettungsdienstträgers zu beachten.
Die Inhalte bilden den durch Diskussion erreichten Konsens eines Expertengremiums ab, welches sich durchaus bewusst ist, dass nicht alle Aspekte berücksichtigt werden können, da zu demselben Krankheitsbild teils unterschiedliche Leitlinien und Therapieempfehlungen der verschiedenen medizinischen Fachgesellschaften und Organisationen vorliegen. Durch routinemäßige Überprüfung in der Regel alle 2 Jahre und bei besonderem Bedarf unterliegen diese Algorithmen einem fortlaufenden Prozess der inhaltlichen Weiterentwicklung.
Quelle: UAG 3 (ÄLRD) der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMfG)