K17

 

Starke Übelkeit

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Starke Übelkeit
Übelkeit / Erbrechen unterschiedlicher Genese
DEFINITION
Übelkeit und Erbrechen: unspezifische Schutz- und Reflexreaktionen mit zentralen und peripheren Auslösern.

Klinischer Hintergrund

Übelkeit und Erbrechen entstehen durch das Zusammenspiel zentraler und peripherer Signalwege, darunter vestibuläre, vagale und chemische Reize. Sie können Ausdruck einer gastrointestinalen Erkrankung sein, aber ebenso bei Myokardischämie, intrakraniellen Prozessen, Stoffwechselentgleisungen oder Medikamentenwirkungen auftreten.

Wiederholtes Erbrechen erhöht das Risiko von Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten sowie bei beeinträchtigten Schutzreflexen der Aspiration. Eine antiemetische Wirkung darf eine gefährliche Ursache nicht verdecken. Besonders relevant sind Begleitbefunde wie Thoraxschmerz, Kopfschmerz, fokale Neurologie, Abdominalabwehr oder Kreislaufstörung.

KLINISCHE EINORDNUNG
Persistierendes Erbrechen kann zu Volumen- und Elektrolytverlust sowie Aspirationsrisiko führen.
⚠ RED FLAGS
Hämatemesis, Meningismus, neurologisches Defizit, Schock, starker Kopfschmerz oder akutes Abdomen.
MERKE
Antiemese lindert Symptome, darf aber die Suche nach einer zeitkritischen Ursache nicht ersetzen.
DIFFERENZIALDIAGNOSEN
Intrakranielle Erkrankung, ACS, Ileus, Intoxikation, vestibuläres Syndrom.

Übelkeit als unspezifisches Warnsymptom

Übelkeit entsteht durch die Integration viszeraler, vestibulärer und zentralnervöser Signale. Sie kann Begleitsymptom harmloser Erkrankungen sein, aber auch bei intrakraniellen, metabolischen oder kardialen Notfällen auftreten.

Praxisrelevante Einordnung: Wiederholtes Erbrechen erhöht das Risiko für Aspiration und Flüssigkeitsverlust. Bei Vigilanzstörung ist die Atemwegssicherheit wichtiger als die isolierte Symptomkontrolle. Plötzlich einsetzende neurologische Symptome oder starke Kopfschmerzen verändern die diagnostische Priorität.

Offizielle Grundlage: Hessenalgorithmen V 4.2, Teil 1, K17; UAG 3 (ÄLRD) der hessischen Expertengruppe zum NotSanG (HMfG). Für Handlungsabläufe, Dosierungen und Entscheidungsgrenzen ist die Originalgrafik maßgeblich.


Die hier bereitgestellten Inhalte dienen als Lehr- und Prüfungsinhalt für die Notfallsanitäter-Ausbildung an den hessischen Rettungsdienstschulen - sogennante "Hessen Algorithmen" - und berufen sich auf die "Algorithmen zur Notfallversorgung" der UAG (ÄLRD) der AG 3 Expertengruppe zum NotSanG des Hessischen Ministeriums für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege. Die Inhalte werden durch SOP-EASY kostenlos zur Verfügung gestellt. Alle Angaben sind jedoch ohne Gewähr.

Bei jedem Algorithmus wird die Durchführung der Basismaßnahmen nach dem ABCDE-Schema vorausgesetzt – bei hier besonders zu beachtenden Punkten wird zusätzlich darauf hingewiesen. Bezüglich der notwendigen Nachforderung des Notarztes sind die lokalen Vorgaben des Rettungsdienstträgers zu beachten.

Die Inhalte bilden den durch Diskussion erreichten Konsens eines Expertengremiums ab, welches sich durchaus bewusst ist, dass nicht alle Aspekte berücksichtigt werden können, da zu demselben Krankheitsbild teils unterschiedliche Leitlinien und Therapieempfehlungen der verschiedenen medizinischen Fachgesellschaften und Organisationen vorliegen. Durch routinemäßige Überprüfung in der Regel alle 2 Jahre und bei besonderem Bedarf unterliegen diese Algorithmen einem fortlaufenden Prozess der inhaltlichen Weiterentwicklung.

Quelle: UAG 3 (ÄLRD) der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMfG)

Übersicht

Starke Übelkeit
Übelkeit / Erbrechen unterschiedlicher Genese

Typ
Algorithmen
Kategorie
Keine
Version (ÄLRD)
01.01.2026
Redaktionell
09.10.2026
Quelle
UAG 3 (ÄLRD) der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMfG)

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