Im Kindesalter entwickelt sich ein Kreislaufstillstand häufig sekundär aus respiratorischer Insuffizienz oder Schock. Eine Bradykardie kann Ausdruck fortgeschrittener Hypoxie sein und ist deshalb nicht mit einer harmlosen Ruhebradykardie gleichzusetzen. Kinder kompensieren Kreislaufprobleme zunächst oft durch Tachykardie und periphere Vasokonstriktion.
Die anatomisch kleineren Atemwege und die geringere funktionelle Residualkapazität erhöhen das Risiko rascher Desaturation. Gleichzeitig müssen angeborene Herzfehler, Intoxikationen, Trauma und seltene primär kardiale Ursachen berücksichtigt werden. Das Vorgehen bei der Geburt ist vom Vorgehen bei älteren Säuglingen und Kindern abzugrenzen.
Pädiatrische Kreislaufstillstände sind häufig Folge einer respiratorischen Insuffizienz oder eines Schocks und seltener primär arrhythmisch bedingt. Hypoxie und Erschöpfung können einer Bradykardie und schließlich dem Kreislaufstillstand vorausgehen.
Praxisrelevante Einordnung: Altersabhängige Vitalparameter und eine geeignete Materialgröße sind wichtig. Ein scheinbar erhaltener Blutdruck kann bei Kindern lange kompensiert sein und spät abfallen. Wärmeverlust und die Versorgung der Bezugspersonen sind zusätzliche praktische Herausforderungen.
Weiterführende Fachliteratur:
[1] ERC – Paediatric Life Support 2025
Abgerufen: 09.10.2026.
Offizielle Grundlage: Hessenalgorithmen V 4.2, Teil 1, K13; UAG 3 (ÄLRD) der hessischen Expertengruppe zum NotSanG (HMfG). Für Handlungsabläufe, Dosierungen und Entscheidungsgrenzen ist die Originalgrafik maßgeblich.
Die hier bereitgestellten Inhalte dienen als Lehr- und Prüfungsinhalt für die Notfallsanitäter-Ausbildung an den hessischen Rettungsdienstschulen - sogennante "Hessen Algorithmen" - und berufen sich auf die "Algorithmen zur Notfallversorgung" der UAG (ÄLRD) der AG 3 Expertengruppe zum NotSanG des Hessischen Ministeriums für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege. Die Inhalte werden durch SOP-EASY kostenlos zur Verfügung gestellt. Alle Angaben sind jedoch ohne Gewähr.
Bei jedem Algorithmus wird die Durchführung der Basismaßnahmen nach dem ABCDE-Schema vorausgesetzt – bei hier
besonders zu beachtenden Punkten wird zusätzlich darauf hingewiesen. Bezüglich der notwendigen Nachforderung des Notarztes sind die lokalen Vorgaben des Rettungsdienstträgers zu beachten.
Die Inhalte bilden den durch Diskussion erreichten Konsens eines Expertengremiums ab, welches sich durchaus bewusst ist, dass nicht alle Aspekte berücksichtigt werden können, da zu demselben Krankheitsbild teils unterschiedliche Leitlinien und Therapieempfehlungen der verschiedenen medizinischen Fachgesellschaften und Organisationen vorliegen. Durch routinemäßige Überprüfung in der Regel alle 2 Jahre und bei besonderem Bedarf unterliegen diese Algorithmen einem fortlaufenden Prozess der inhaltlichen Weiterentwicklung.
Quelle: UAG 3 (ÄLRD) der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMfG)