K5

 

Akute obstruktive Atemwegserkrankung (Erwachsene/Kinder > 12 J.)

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Akute obstruktive Atemwegserkrankung (Erwachsene/Kinder > 12 J.)
Erwachsene und Kinder ab 12J.
DEFINITION
Akute bronchiale Obstruktion: erhöhter Atemwegswiderstand durch Bronchokonstriktion, Schleim und/oder entzündliches Ödem.

Klinischer Hintergrund

Bei Asthma dominiert eine variable, häufig entzündlich bedingte Bronchokonstriktion; bei COPD kommen chronische Veränderungen kleiner Atemwege und ein Verlust elastischer Rückstellkräfte hinzu. Beides verlängert die Exspiration. Bei schwerer Obstruktion entsteht durch unvollständiges Ausatmen eine dynamische Überblähung, die Atemarbeit und intrathorakalen Druck erhöht.

Ein leiser Thorax ist nicht automatisch ein gutes Zeichen: Bei sehr geringer Ventilation können die zuvor hörbaren Giemgeräusche verschwinden. Erschöpfung, abnehmende Vigilanz und zunehmende Atemarbeit sind deshalb klinisch besonders relevant. Herzinsuffizienz, Anaphylaxie, Pneumothorax und Fremdkörperaspiration gehören zur Differenzialdiagnose akuter Luftnot.

KLINISCHE EINORDNUNG
Ein „stiller Thorax“ ist bei schwerer Obstruktion kein Entwarnungszeichen, sondern kann für minimalen Luftstrom stehen.
⚠ RED FLAGS
Erschöpfung, Bewusstseinsänderung, kaum hörbares Atemgeräusch, Zyanose, zunehmende Hypoventilation.
MERKE
Bei COPD können dynamische Überblähung und intrinsischer PEEP die Atemarbeit verstärken.
DIFFERENZIALDIAGNOSEN
Kardiales Lungenödem, Pneumothorax, Lungenembolie, obere Atemwegsobstruktion.

Obstruktion und dynamische Überblähung

Bei Asthma und COPD steigt durch verengte Atemwege vor allem der exspiratorische Strömungswiderstand. Unvollständige Ausatmung kann zu dynamischer Überblähung und erhöhter Atemarbeit führen.

Praxisrelevante Einordnung: Ein leiser werdendes Atemgeräusch ist bei schwerer Obstruktion nicht zwangsläufig eine Besserung: Es kann Ausdruck stark reduzierter Ventilation sein. Erschöpfung, Vigilanzveränderung und unzureichende Atembewegungen sind besonders kritisch. Pneumonie, kardiales Lungenödem und Anaphylaxie können ähnlich imponieren.

Offizielle Grundlage: Hessenalgorithmen V 4.2, Teil 1, K5; UAG 3 (ÄLRD) der hessischen Expertengruppe zum NotSanG (HMfG). Für Handlungsabläufe, Dosierungen und Entscheidungsgrenzen ist die Originalgrafik maßgeblich.


Die hier bereitgestellten Inhalte dienen als Lehr- und Prüfungsinhalt für die Notfallsanitäter-Ausbildung an den hessischen Rettungsdienstschulen - sogennante "Hessen Algorithmen" - und berufen sich auf die "Algorithmen zur Notfallversorgung" der UAG (ÄLRD) der AG 3 Expertengruppe zum NotSanG des Hessischen Ministeriums für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege. Die Inhalte werden durch SOP-EASY kostenlos zur Verfügung gestellt. Alle Angaben sind jedoch ohne Gewähr.

Bei jedem Algorithmus wird die Durchführung der Basismaßnahmen nach dem ABCDE-Schema vorausgesetzt – bei hier besonders zu beachtenden Punkten wird zusätzlich darauf hingewiesen. Bezüglich der notwendigen Nachforderung des Notarztes sind die lokalen Vorgaben des Rettungsdienstträgers zu beachten.

Die Inhalte bilden den durch Diskussion erreichten Konsens eines Expertengremiums ab, welches sich durchaus bewusst ist, dass nicht alle Aspekte berücksichtigt werden können, da zu demselben Krankheitsbild teils unterschiedliche Leitlinien und Therapieempfehlungen der verschiedenen medizinischen Fachgesellschaften und Organisationen vorliegen. Durch routinemäßige Überprüfung in der Regel alle 2 Jahre und bei besonderem Bedarf unterliegen diese Algorithmen einem fortlaufenden Prozess der inhaltlichen Weiterentwicklung.

Quelle: UAG 3 (ÄLRD) der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMfG)

Übersicht

Akute obstruktive Atemwegserkrankung (Erwachsene/Kinder > 12 J.)
Erwachsene und Kinder ab 12J.

Typ
Algorithmen
Kategorie
Atmung/Lunge
Version (ÄLRD)
01.01.2026
Redaktionell
09.10.2026
Weiterführende Links
Quelle
UAG 3 (ÄLRD) der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMfG)