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Akutes Koronarsyndrom (ACS)

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Akutes Koronarsyndrom (ACS)
DEFINITION
Akutes Koronarsyndrom (ACS): klinisches Spektrum akuter Myokardischämie einschließlich instabiler Angina pectoris und Myokardinfarkt.

Klinischer Hintergrund

Ein akutes Koronarsyndrom entsteht meist durch eine plötzliche Störung der koronaren Durchblutung, häufig infolge einer Plaqueruptur oder Plaqueerosion mit Thrombusbildung. Ausmaß und Dauer der Minderperfusion bestimmen, ob zunächst eine reversible Ischämie oder bereits eine Myokardschädigung vorliegt. Ein initial unauffälliges EKG schließt ein ACS nicht aus: Dynamik, Symptomverlauf und wiederholte Ableitungen können entscheidende Informationen liefern.

Klassische retrosternale Schmerzen fehlen insbesondere bei älteren Menschen, bei Diabetes und bei Frauen nicht selten. Dyspnoe, vegetative Symptome oder eine unerklärte Kreislaufinstabilität können im Vordergrund stehen. Umgekehrt ist nicht jeder Thoraxschmerz koronar bedingt: Aortensyndrom, Lungenembolie und Spannungspneumothorax sind wichtige zeitkritische Differenzialdiagnosen.

KLINISCHE EINORDNUNG
Ein initial unauffälliges 12-Kanal-EKG schließt ein ACS nicht aus; die Befunddynamik ist entscheidend.
⚠ RED FLAGS
Persistierende Ischämiesymptomatik, hämodynamische Instabilität, Synkope oder neue Rhythmusstörungen.
MERKE
Fehlende typische Brustschmerzen schließen eine relevante Myokardischämie nicht aus.
DIFFERENZIALDIAGNOSEN
Aortensyndrom, Lungenembolie, Spannungspneumothorax, Ösophaguspathologie.

Ischämie und diagnostische Grenzen

Ein akutes Koronarsyndrom entsteht durch eine akute Minderperfusion des Myokards. Plaqueruptur oder -erosion mit Thrombusbildung sind wichtige Mechanismen; ein unauffälliges initiales EKG schließt eine akute Koronarischämie nicht aus.

Praxisrelevante Einordnung: Beschwerden können atypisch sein, etwa bei älteren Menschen, Diabetes oder bei Frauen. Dynamische Veränderungen, Symptomverlauf und Differenzialdiagnosen wie Aortensyndrom, Lungenembolie oder Pneumothorax müssen mitgedacht werden.

Weiterführende Fachliteratur:
[1] DEGAM/AWMF – S3-Leitlinie Brustschmerz
Abgerufen: 09.10.2026.

Offizielle Grundlage: Hessenalgorithmen V 4.2, Teil 1, K1; UAG 3 (ÄLRD) der hessischen Expertengruppe zum NotSanG (HMfG). Für Handlungsabläufe, Dosierungen und Entscheidungsgrenzen ist die Originalgrafik maßgeblich.


Die hier bereitgestellten Inhalte dienen als Lehr- und Prüfungsinhalt für die Notfallsanitäter-Ausbildung an den hessischen Rettungsdienstschulen - sogennante "Hessen Algorithmen" - und berufen sich auf die "Algorithmen zur Notfallversorgung" der UAG (ÄLRD) der AG 3 Expertengruppe zum NotSanG des Hessischen Ministeriums für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege. Die Inhalte werden durch SOP-EASY kostenlos zur Verfügung gestellt. Alle Angaben sind jedoch ohne Gewähr.

Bei jedem Algorithmus wird die Durchführung der Basismaßnahmen nach dem ABCDE-Schema vorausgesetzt – bei hier besonders zu beachtenden Punkten wird zusätzlich darauf hingewiesen. Bezüglich der notwendigen Nachforderung des Notarztes sind die lokalen Vorgaben des Rettungsdienstträgers zu beachten.

Die Inhalte bilden den durch Diskussion erreichten Konsens eines Expertengremiums ab, welches sich durchaus bewusst ist, dass nicht alle Aspekte berücksichtigt werden können, da zu demselben Krankheitsbild teils unterschiedliche Leitlinien und Therapieempfehlungen der verschiedenen medizinischen Fachgesellschaften und Organisationen vorliegen. Durch routinemäßige Überprüfung in der Regel alle 2 Jahre und bei besonderem Bedarf unterliegen diese Algorithmen einem fortlaufenden Prozess der inhaltlichen Weiterentwicklung.

Quelle: UAG 3 (ÄLRD) der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMfG)

Übersicht

Akutes Koronarsyndrom (ACS)

Typ
Algorithmen
Kategorie
Internistisch
Version (ÄLRD)
01.03.2025
Redaktionell
09.10.2026
Weiterführende Links
Quelle
UAG (ÄLRD) der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMfG) Version 4.2 vom 01.01.2026