K14

 

Erstversorgung Neugeborenes

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Erstversorgung Neugeborenes
DEFINITION
Neugeborenenadaptation: Übergang von plazentarer Oxygenierung zur Lungenatmung mit rascher Änderung der Kreislaufwiderstände.

Klinischer Hintergrund

Unmittelbar nach der Geburt muss sich die Lunge entfalten und mit Luft füllen. Mit sinkendem pulmonalvaskulärem Widerstand steigt die Lungendurchblutung; gleichzeitig verändert sich die Bedeutung fetaler Kurzschlussverbindungen. Eine verzögerte Belüftung kann diesen Übergang stören und eine ausgeprägte Bradykardie nach sich ziehen.

Wärmeverlust ist beim Neugeborenen wegen der großen Körperoberfläche im Verhältnis zur Masse besonders relevant. Die Beurteilung orientiert sich an Atmung, Herzfrequenz und Gesamtzustand; Hautfarbe allein ist unzuverlässig. Bei Frühgeborenen kommen eine unreife Lunge, geringere Surfactantreserven und besondere thermische Risiken hinzu.

KLINISCHE EINORDNUNG
Herzfrequenz und wirksame Atmung sind zentrale Parameter der Erstbeurteilung.
⚠ RED FLAGS
Apnoe/Schnappatmung, anhaltend niedrige Herzfrequenz, fehlende Tonusentwicklung.
MERKE
Eine unzureichende Lungenentfaltung kann die kardiovaskuläre Adaptation behindern; Wärmeverlust erhöht den Sauerstoffbedarf.
DIFFERENZIALDIAGNOSEN
Frühgeburtlichkeit, Mekoniumaspiration, perinatale Asphyxie, strukturelle Fehlbildungen.
Weiterführende Literatur
ERC, Newborn Life Support (2025)

Physiologischer Übergang nach der Geburt

Mit den ersten Atemzügen sinkt der pulmonalvaskuläre Widerstand, die Lungen werden belüftet und der fetale Kreislauf stellt sich um. Störungen dieser Transition können zu anhaltender Hypoxie und Bradykardie führen.

Praxisrelevante Einordnung: Die wirksame Lungenbelüftung steht physiologisch im Zentrum der Erstversorgung. Auskühlung erhöht den Sauerstoffverbrauch; Frühgeborene sind besonders gefährdet. Hautfarbe allein eignet sich nur eingeschränkt zur Einschätzung der Oxygenierung.

Weiterführende Fachliteratur:
[1] ERC – Newborn Life Support 2025
Abgerufen: 09.10.2026.

Offizielle Grundlage: Hessenalgorithmen V 4.2, Teil 1, K14; UAG 3 (ÄLRD) der hessischen Expertengruppe zum NotSanG (HMfG). Für Handlungsabläufe, Dosierungen und Entscheidungsgrenzen ist die Originalgrafik maßgeblich.


Die hier bereitgestellten Inhalte dienen als Lehr- und Prüfungsinhalt für die Notfallsanitäter-Ausbildung an den hessischen Rettungsdienstschulen - sogennante "Hessen Algorithmen" - und berufen sich auf die "Algorithmen zur Notfallversorgung" der UAG (ÄLRD) der AG 3 Expertengruppe zum NotSanG des Hessischen Ministeriums für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege. Die Inhalte werden durch SOP-EASY kostenlos zur Verfügung gestellt. Alle Angaben sind jedoch ohne Gewähr.

Bei jedem Algorithmus wird die Durchführung der Basismaßnahmen nach dem ABCDE-Schema vorausgesetzt – bei hier besonders zu beachtenden Punkten wird zusätzlich darauf hingewiesen. Bezüglich der notwendigen Nachforderung des Notarztes sind die lokalen Vorgaben des Rettungsdienstträgers zu beachten.

Die Inhalte bilden den durch Diskussion erreichten Konsens eines Expertengremiums ab, welches sich durchaus bewusst ist, dass nicht alle Aspekte berücksichtigt werden können, da zu demselben Krankheitsbild teils unterschiedliche Leitlinien und Therapieempfehlungen der verschiedenen medizinischen Fachgesellschaften und Organisationen vorliegen. Durch routinemäßige Überprüfung in der Regel alle 2 Jahre und bei besonderem Bedarf unterliegen diese Algorithmen einem fortlaufenden Prozess der inhaltlichen Weiterentwicklung.

Quelle: UAG 3 (ÄLRD) der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMfG)

Übersicht

Erstversorgung Neugeborenes

Typ
Algorithmen
Kategorie
Keine
Version (ÄLRD)
01.01.2026
Redaktionell
09.10.2026
Weiterführende Links
Quelle
UAG 3 (ÄLRD) der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMfG)

Zugehörige Algorithmen und Medikamente