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Akute obstruktive Atemwegserkrankung (Kinder bis 12 J.)

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Akute obstruktive Atemwegserkrankung (Kinder bis 12 J.)
Kinder bis 12 Jahre
DEFINITION
Pädiatrische bronchiale Obstruktion: Verengung der kleinen intrathorakalen Atemwege mit erhöhtem Atemwiderstand.

Klinischer Hintergrund

Bei Kindern führt bereits eine geringe Schleimhautschwellung zu einer relativ starken Zunahme des Atemwegswiderstands. Hinzu kommen ein höherer Sauerstoffverbrauch und geringere respiratorische Reserven. Ein Kind kann deshalb lange kompensiert wirken und sich anschließend rasch erschöpfen.

Einziehungen, Nasenflügeln, Trinkschwäche und verändertes Verhalten sind häufig aussagekräftiger als die isolierte Atemfrequenz. Die Unterscheidung zwischen exspiratorischem Giemen und inspiratorischem Stridor hilft, die Obstruktion anatomisch einzuordnen. Bronchiolitis, Fremdkörper und obere Atemwegsobstruktionen dürfen nicht pauschal als Asthma behandelt werden.

KLINISCHE EINORDNUNG
Bei kleinen Kindern kann eine geringe Schleimhautschwellung den Strömungswiderstand stark erhöhen.
⚠ RED FLAGS
Einziehungen, Trinkschwäche, Erschöpfung, Apnoe, Vigilanzminderung oder nachlassende Atemgeräusche.
MERKE
Atemfrequenz und Auskultation müssen alters- und situationsgerecht interpretiert werden.
DIFFERENZIALDIAGNOSEN
Bronchiolitis, Fremdkörperaspiration, Pneumonie, obere Atemwegsobstruktion.

Besonderheiten kindlicher Atemwegsobstruktion

Kleinere Atemwegsradien führen dazu, dass bereits geringe Schleimhautschwellungen den Strömungswiderstand erheblich steigern. Kinder kompensieren respiratorische Probleme zunächst oft mit erhöhter Atemfrequenz und Atemarbeit.

Praxisrelevante Einordnung: Ein Abfall der Atemfrequenz bei weiterhin schlechtem klinischem Zustand kann Erschöpfung anzeigen. Einziehungen, Nasenflügeln, Trinkschwäche und Bewusstseinsveränderungen liefern oft mehr Information als ein einzelner Messwert. Die altersgerechte Beurteilung bleibt zentral.

Offizielle Grundlage: Hessenalgorithmen V 4.2, Teil 1, K6; UAG 3 (ÄLRD) der hessischen Expertengruppe zum NotSanG (HMfG). Für Handlungsabläufe, Dosierungen und Entscheidungsgrenzen ist die Originalgrafik maßgeblich.


Die hier bereitgestellten Inhalte dienen als Lehr- und Prüfungsinhalt für die Notfallsanitäter-Ausbildung an den hessischen Rettungsdienstschulen - sogennante "Hessen Algorithmen" - und berufen sich auf die "Algorithmen zur Notfallversorgung" der UAG (ÄLRD) der AG 3 Expertengruppe zum NotSanG des Hessischen Ministeriums für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege. Die Inhalte werden durch SOP-EASY kostenlos zur Verfügung gestellt. Alle Angaben sind jedoch ohne Gewähr.

Bei jedem Algorithmus wird die Durchführung der Basismaßnahmen nach dem ABCDE-Schema vorausgesetzt – bei hier besonders zu beachtenden Punkten wird zusätzlich darauf hingewiesen. Bezüglich der notwendigen Nachforderung des Notarztes sind die lokalen Vorgaben des Rettungsdienstträgers zu beachten.

Die Inhalte bilden den durch Diskussion erreichten Konsens eines Expertengremiums ab, welches sich durchaus bewusst ist, dass nicht alle Aspekte berücksichtigt werden können, da zu demselben Krankheitsbild teils unterschiedliche Leitlinien und Therapieempfehlungen der verschiedenen medizinischen Fachgesellschaften und Organisationen vorliegen. Durch routinemäßige Überprüfung in der Regel alle 2 Jahre und bei besonderem Bedarf unterliegen diese Algorithmen einem fortlaufenden Prozess der inhaltlichen Weiterentwicklung.

Quelle: UAG 3 (ÄLRD) der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMfG)

Übersicht

Akute obstruktive Atemwegserkrankung (Kinder bis 12 J.)
Kinder bis 12 Jahre

Typ
Algorithmen
Kategorie
Atmung/Lunge
Version (ÄLRD)
01.01.2026
Redaktionell
09.10.2026
Weiterführende Links
Quelle
UAG 3 (ÄLRD) der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMfG)